Auf dem Elberadweg von Lutherstadt Wittenberg nach Magdeburg

Endlich wieder rauf aufs Rad!

Als Christina von Vanontrack fragte, ob wir nicht zusammen eine Radtour machen wollen, war ich sofort Feuer und Flamme.

Doch wo fahren wir lang, Christina kommt aus Berlin und ich aus Leipzig 🤔? Nach einigem Hin und Her entschieden wir uns für den Elberadweg und zwar für den Abschnitt zwischen Wittenberg und Magdeburg. Die Orte sind gut für uns beide mit dem Zug zu erreichen, die Strecke schaffen wir (hoffentlich) in 1,5 Tagen und auf dem Weg gibt es gut gelegene Zeltplätze.

Am Samstag früh ging es für uns beide am jeweiligen Bahnhof los – in Berlin startete der Zug allerdings erstmal ohne Christina. 😂

Mit 2 Stunden Verspätung konnte unsere Tour dann aber doch beginnen. Das erste Hindernis war für uns aus Wittenberg rauszufinden. Entweder haben wir teilweise Schilder übersehen oder die Kennzeichnung war nicht so eindeutig – auf jeden Fall dauerte es eine gefühlte Ewigkeit aus der Stadt zu kommen.

Unser Irrweg durch Wittenberg

Danach führte uns der Weg Richtung Coswig (Anhalt), wo wir das erste Mal mit der Fähre übersetzten. Mit 1,50€ ist man dabei, aber Vorsicht! Auf Grund des Niedrigwassers der Elbe durften schon nur noch 2 Autos mitfahren und weiter stromabwärts in Barby war der Fährbetrieb schon ganz eingestellt.

Fähre in Coswig (Anhalt)

In Wörlitz machten wir dann eine erste etwas längere Pause. Bekannt für sein Weltkulturerbe, den Wörlitzer Park, kann man sich hier wunderbar erholen. Doch wir hatten noch einige Kilometer vor uns bis zu den möglichen Campingplätzen.

Also ging es weiter Richtung Magdeburg. Der Weg ist größtenteils sehr gut ausgebaut und asphaltiert und verläuft überwiegend flach (außer man muss auf einen Damm rauf). Erfreulicherweise waren trotz Sommerferien und Wochenende sehr wenig andere Radfahrer und Spaziergänger unterwegs. So kamen wir trotz konstantem Gegenwind sehr gut voran. Unser Weg führte uns durch wunderschöne, verschlafene kleine Dörfer, durch ausgedehnte Wälder und Wiesen und natürlich immer wieder an der Elbe entlang.

Gegen 16.00 verdunkelte sich dann plötzlich der Himmel links hinter uns. Oh nein, würden wir unser Zelt noch im Trockenen aufbauen können? 😧


Erstmal weiter radeln, vielleicht können wir dem Regen ja davon fahren! Eine Stunde später waren die Wolken dann doch bedrohlich nah und ein Blick auf die Karte zeigte, dass wir nur noch ca. 8 km vom ersten Campingplatz entfernt sind – das schaffen wir!

Doch als ich gerade losfahre, bemerke ich, dass mein Hinterrad ohne Luft ist. Der Super-GAU! Gott sei Dank hatte ich Luftpumpe und Flickzeug eingepackt und nach Aufpumpen des Reifens war dann klar, der Reifen hat ein Loch. Christina hatte es zum Glück auch schnell entdeckt, ich hatte mir ein kleines Steinchen eingefahren. Natürlich waren mir mitten im Nirgendwo und keiner von uns beiden hatte bisher einen Reifen geflickt. Aber der Ehrgeiz war geweckt und nach 20 min war das Loch abgedichtet und die Luft hielt. Juchu!

Jetzt stellte sich die Frage: fahren wir noch eine halbe Stunde bis zum nächsten Campingplatz oder bleiben wir hier und suchen uns ein schönes Plätzchen? Wir waren nämlich nur wenige Meter vom Elbufer entfernt. Die schwarzen Wolken inzwischen direkt über uns, nehmen uns die Entscheidung ab. Wir bleiben!

Nachdem wir unsere Räder durch dichtes Gestrüpp geschoben haben, schlagen wir unsere Zelte direkt am Strand auf. Das wurde auch höchste Zeit, denn kaum steht alles und haben wir unser Gepäck im Trockenen verstaut, öffnet der Himmel seine Schleusen.

Gegessen wird deshalb auch kalt, denn wir sind beide so geschafft von dem Tag, dass die Lust auf Kochen minimal ist. Immerhin 90 Kilometer haben wir geschafft. Zwei Stunden lang regnet, donnert und blitzt es um uns herum, danach kommt dann sogar nochmal die Sonne kurz raus.

Sonnenuntergang

Wir schlafen dann auch sehr schnell ein. Der nächste Morgen begrüßt uns mit viel Wolken aber trocken und nach einem Kaffee für beide und Frühstück für Christina packen wir zusammen und nehmen die letzten ca. 35 Kilometer bis nach Magdeburg in Angriff.

Kurz vor Magdeburg ist der Radweg leider in einem etwas schlechteren Zustand, aber das tut der wunderschönen Landschaft natürlich keinen Abbruch.

Am Bahnhof in Magdeburg trennen sich dann unsere Wege wieder. Hoffentlich bis bald und am besten mit etwas mehr Zeit.

Fazit und Tipps

Zur Planung empfehle ich die offizielle Website des Elberadweges. Dort kann man sich die GPS Daten runterladen, findet zahlreiche Tipps zur Planung und man kann sich sogar eine kostenfreie Broschüre zuschicken lassen, in der man Kartenmaterial und Unterkünfte findet (um Überweisung des Portos wird gebeten, ist aber kein Muss).

Kennzeichnung des Elberadweges

Ich empfehle auf jeden Fall, das Navigationsmittel eurer Wahl (Handy, Navi, Karte etc.) fest am Lenker zu installieren, so dass ihr auch während der Fahrt die Route immer vor Augen habt. Ich hatte mein Handy leider nur lose im Korb liegen und habe nur sporadisch drauf geguckt, daher resultierten auf jeden Fall auch so manche Umwege.

Einkaufsmöglichkeiten gibt es ausreichend (zumindest auf unserem Abschnitt).

Nehmt euch auf jeden Fall eine Luftpumpe und Flickzeug mit. Das kann einen vor stundenlangem Schieben bewahren.

Und zu guter Letzt eine Bitte: falls ihr auch wild zeltet wie wir, hinterlasst den Platz so, wie ihr vorgefunden habt oder im besten Fall besser 😉

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